Geschichte

Von einer privaten Idee zu einer erfolgreichen Organisation, die nicht mehr wegzudenken ist

Nach weit über 30 Jahren Musikschule Uri dürfen wir stolz auf das Erreichte sein. Wir sind uns bewusst, dass sehr viele Leute mit viel Herzblut wichtige Mosaiksteine zum heutigen glanzvollen Bild der Musikschule URI beigetragen haben.

Vor der Gründung der Musikschule Uri gab es einen Gratismusikunterricht – vorab in Altdorf.

Luzius Emanuel Wernly, Cellist und Musiklehrer am Gymnasium Karl Borromäus wollte diesen Unterricht auch in den Dörfern ermöglichen. In 2-jähriger Arbeit klärte er den Bedarf für eine kantonale Musikschule ab. Diese Abklärungen bestätigten ein solches Bedürfnis nach Musikunterricht in allen Gemeinden des Kantons. Seine Bemühungen mündeten in die Gründungsversammlung der Musikschule URI im März 1979 unter dem Vorsitz von Herrn RR Hans Danioth.

Im ersten Vorstand wirkten mit: Markus Meier als Präsident, Robi Fäh als Vizepräsident, Edwin Amacher als Aktuar, Oswald Walker als Kassier. Als Mitglieder amteten Agnes Frei, Dr. Martin Gamma, Annemarie Germann und Luzius Emanuel Wernly.

Der Beginn war nicht einfach. Es mussten Bedenken der Lehrer des Gratisunterrichtes ausgeräumt werden. Es mussten Verhandlungen mit dem Kanton und den Gemeinden geführt werden. Es musste jede Gemeinde einzeln immer wieder von der Notwendigkeit von Beiträgen überzeugt werden. Die Beiträge waren ja freiwillig. Auch gab es keine Rechtsgrundlage, welche die Gemeinden zur Durchführung eines Musikunterrichtes verpflichtete.

 

Die neu gegründete Musikschule begann den Unterricht im Haus Hagen mit 110 Schülerinnen und Schülern aus 10 Gemeinden auf 10 verschiedenen Instrumenten, mit 10 Lehrern. Dies noch ohne Zusicherung von Subventionen! Zur Festlegung des Schulgeldes wurden Empfehlungen des SMPV und die Schulgelder anderer Musikschulen herbeigezogen. Lange Jahre wurde das Sekretariat der Musikschule URI von den Geschwistern Annelis und Regina Müller unentgeltlich geführt. Ja sogar die Briefmarken wurden von den Geschwistern selbst bezahlt.

Schon im 2. Betriebsjahr konnte mit Herrn Urs Zenoni ein Musikschulleiter angestellt werden. Im gleichen Jahr wurde bereits die kantonale Vorlage über Beiträge an den freiwilligen Musikunterricht während der Volksschule verabschiedet. Sie sah eine 30% Subvention der Lehrerlöhne der Musikschule vor. Von Anfang an verfolgte der Vorstand das Ziel, die Subventionen von Kanton und Gemeinden so zu gestalten, dass den Eltern nur ein Drittel der Kosten blieb.

Die Musikschule gedieh. Immer mehr Gemeinden erklärten sich bereit, Beiträge zu sprechen. Aber erst 1991 waren die stetigen Anstrengungen des Vorstandes von Erfolg gekrönt. Man war endlich so weit, dass alle Urner Gemeinden (bis auf 2 Randgemeinden, die keine Schüler an der Musikschule hatten) Beiträge an den Musikunterricht leisteten. (Wenngleich noch nicht alle einen Satz von 30% akzeptierten.)

 

Die Musikschule nahm inzwischen einen immer grösseren Platz im öffentlichen Leben des Kantons ein.

1996 war ein Meilenstein in der Geschichte der Musikschule URI. Der Mäzen Dr. Max Dätwyler machte sich Gedanken über die Verwendung der Liegenschaft seiner Eltern an der Bahnhofstrasse. Auf hoher See auf seinem Schiff Torre del Mar, kam plötzlich der Gedanke auf, man könnte doch in den Räumen dieses Hauses das Sekretariat der Musikschule unterbringen. Er finanzierte den Umbau und die Einrichtungen und alimentierte die Dätwyler Stiftung derart grosszügig, dass diese nun das „Haus der Musik“ mit den Zinsen tragen kann und es der Musikschule URI zu einem symbolischen Mietzins von Fr. 1.- vermieten kann.

Im Jahre 2003 trat erstmals eine formelle Leistungsvereinbarung mit dem Kanton in Kraft. Im Rahmen des Neuen Finanzausgleichs (NFA) übernahm der Kanton alleine die Subventionierung des Musikunterrichtes zu 60% und leistet einen Beitrag an die Administration. Eine Subventionierung durch die Gemeinden entfiel damit. Diese Vereinbarung konnte jetzt ergänzt werden mit der Leistungsvereinbarung über den subventionierten Musikunterricht auf der Sekundarstufe II (der Musikunterricht wird so mit 50% subventioniert bis zum 20. Altersjahr)

 

Heute ist die Musikschule nicht mehr wegzudenken. Längst ist es erwiesen, dass der Musikunterricht zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung verhilft und ganz direkt auch die Intelligenzentwicklung, die emotionale Entwicklung und die soziale Kompetenz fördert. Die Musikschule URI ist gerade für einen Randkanton wie Uri eine zwingende Notwendigkeit und ein guter Trumpf im Kampf um Standortvorteile.

Heute werden 1276 Schüler aus 19 Gemeinden unterrichtet. 23 verschiedene Instrumente werden betreut und eine Grundschule mit Orff Instrumenten und eine Grundschule mit Blockflöten, sowie diverse Ensembles werden angeboten. 85 Lehrpersonen unterrichten in unterschiedlichen Pensen. Die Musikschule ist seit Beginn mit Vortragsübungen und Schülerkonzerten in den Gemeinden präsent. Seit einigen Jahren bietet sie auch ein Musiklager an, so auch dieses Jahr.

Herr Luzius Wernly hatte vor 30 Jahren eine Idee. Er hat für sie gekämpft und sie tatkräftig umgesetzt. Seither haben fünf Musikschulleiter (Urs Zenoni, Kurt Baumann, Armando Cambra und Barbara Betschart, und seit 2009 Martin Giese) ihr Herzblut in den Aufbau und die Weiterführung dieser Musikschule einfliessen lassen und die Schule immer weiter vorangebracht.

Dass es sie immer noch gibt verdankt sie auch unzähligen Personen, welche die Idee einer Musikschule unterstützten, sei es mit Geldspenden für den Unterstützungsfond, mit Spenden von Instrumenten, oder sei es mit Fronarbeit (der Vorstand z.B. arbeitet seit 30 Jahren ehrenamtlich).

Hier darf auch erwähnt werden, dass die Urner Kantonalbank während all dieser Jahre ein gern gesehener Sponsor war und heute noch ist. Und natürlich wäre diese Rückschau unvollständig ohne einen innigen Dank an die Geschwister Dätwyler für die jahrelange, wohlwollende und tatkräftige Unterstützung.

Peter Hirzel